Nach der ersten Nacht, die bis auf kurze Unterbrechungen durch diverse Festivalrufe, angehem verlief, wachte ich gegen 12 Uhr richtig in meinem inzwischen auf Saunatemperaturen gebrachten Zelt auf. Der erste Griff führte somit zum Zelteingang um ein wenig Luft hineinzulassen. Also schnell angezogen und aus dem Zelt gehechtet um zu schauen was draußen so los ist. Die anderen drei waren ebenfals schon wach, versteckten sich aber bis auf Nino noch im Zelt. Auf den Wegen kamen immer mehr Leute mit neuen Zelten und Gepäck an. Die taten mir leid, schließlich haben wir bereits gestern Abend gemerkt, wie schwer die Platzsuche dieses Jahr ist.
Da wir gestern Abend den Basar, der dieses Jahr wegen der Fußball WM mit einer großen Fernsehleinwand bestückt war, nicht wirklich besuchen konnten weil die meisten Stände geschlossen waren, haben wir uns entschlossen erstmal über eben diesen zu wandern. Alles in allem war es nicht spannend sondern eher Festivaltypischer Krims-Krams und T-Shirts. Was ich ein wenig lustig fand war ein “Bokomo” genanntes Kopfmassagegerät, das mich an einen am unteren Ende geöffneten Schneebesen erinnerte. Ich hätte es auch mal ausprobieren sollen, aber so hab ich halt noch was vor im Leben. Irgendwann hatten wir dann erstmal genug gesehen und gingen zwecks Mittagessen zurück zum Zelt. Auf dem Weg dämmerte uns langsam, dass der Sand, der uns gestern möglicherweise noch das Leben gerettet hatte, uns ab heute nun jenes deutlich erschweren sollte, doch dazu später warscheinlich mehr.
Essen war nun an der Reihe, denn Essen essen ist echt ganz gut, auch auf dem Festival. Also erstmal schnell den tollen Faltkanister gepackt und auf zu den Wasserstellen, auf dem Weg mal wieder durch den Sand gekämpft und leuter Staub aufgewürfelt. Als wir dann mit dem Kanister wieder an den Zelten waren, war auch schon eine Staubschicht auf dem Kanister. Man kann also deutlich sehen, der Sand war überall. Nun ging es an die tollen tüten Nudel Gerichte auch bekannt als Schittnudeln ich glaub es gab irgendwelche Spiralnudeln mit Tomaten-Mozarella Soße, die ich mir mit ein paar Toastbrotfetzen gestreckt habe, lecker. Nach dem Essen musste nun erstmal alles wieder schön sauber gemacht werden und der Körper mit einer kleinen Siesta auf Fordermann gebracht werden.
Der eigentliche Grund eines Festivalbesuches folgte nun endlich. Wir sind also alle zusammen aufs Festival Gelände gegangen. Ich hatte noch ein wenig Zeit einfach so rum zu laufen, weil mein erstes geplantes Konzert der Seeed Aufrtitt war. Die Bühnen waren im Gegensatz zu meinem letzen Hurricane Besuch deutlich anders. Damals gab es nur zwei (Haupt- und Zeltbühne) dieses Jahr drei Bühnen, die Hauptbühne, eine etwas kleinere Bühne und die Zeltbühne. Haupt- und Nebenbühne waren gut angeordnet nur die Zeltbühne lag so, dass man wenn man auch nur einen Schritt aus dem Zelt raus gemacht hat, fast nur noch die Hauptbühne zu hören war.
Nun war es endlich soweit Seeed warf seine Schatten vorraus, also musste ich mich schnell für die Moshpit anstellen, was gar kein Problem war. Die Pit war erobert und es waren nur noch einige Minuten zu warten. Die Bühne erinnerte mich vom Aufbau sehr an den Auftritt von Seeed am 09. Juni in Berlin. Das Set stellte sich dann auch recht schnell als sehr ähnlich heraus, ausser das es aufgrund des Festivals leider etwas kürzer ausfiel. Schöne Remixe von z.b. Tainted Love mit einem Seeed Kracher und ähnliche schöne Schmankerl rundeten den Auftritt ab. Das Finale war natürlich “Dickes B”. Was sich allerdings nun das erste Mal als echt lästig erwies, war der Sand, der beim Tanzen deutlich sichtbar über der Moshpit schwebte. Er war nun also nicht nur auf dem Boden sondern auch am kompletten Körper und in den Atemwegen. Das hat mich dazu bewegt mein eigentlich für den Kopf und gegen die Sonne gedachtes Tuch immer öfter vor der Nase und dem Mund zu tragen, um möglichst wenig Staub einzuatmen.
Seeed war dann auch leider viel zu schnell vorbei, aber es sollten ja nun die fetten Brote auf die Bühne kommen. Und sie kamen auch. Die Pit hatte ich natürlich noch nicht verlassen, die Brote müssen schließlich möglichst nah gefeiert werden. Ein Knaller jagte den nächsten, so gaben die Brote ihre eigene Version von einem wohlbekannten Rage Klassiker zum besten (ahhh mir fällt grad nicht mehr ein welcher das war). Meine Lunge füllte sich immer mehr mit Staub an, was sehr gut an dem sandig-staubigen Belag auf meiner Zunge abmessen ließ. In der Menge befand sich leider auch ein deutlich erkennbarer Anteil von Idioten wieder, die einfach keine Ahnung von nettem Pogen hatten. Fußballprolls angelockt von der Ankündigung, dass man ja auch alle wichtigen WM Spiele sehen könnte. Das waren bestimmt auch die, welche immer das eine Sportie Lied gröhlen mussten. Die Luft und das Tanzen setzten meinem armen Körper ganz schön zu, und nach dem Auftritt habe ich mich erstmal in den hinteren Bereich der Pit zurückgezogen.
Als nächstes sollte auf der Hauptbühne Manu Chao Radio Bemba Sound System auftreten. Da ich die Musik von Manu Chao ganz gerne mag dachte ich mir, da könnte ich auch mal kurz bleiben. Das war auch ganz gut, denn bereits mit dem Soundcheck vor dem Auftritt stieg gute Stimmung auf. Aber als dann das Konzert so richtig los ging, waren meine Beine kaum noch zu halten. Und so habe ich die komletten 2-3 Stunden durchgetanzt. Auch ein Umknicken meines einen Fußes konnte meine Beine nicht stillhalten. Dass es nicht nur mir so ging sondern auch vielen anderen um mich rum war deutlich zu sehen. Und so habe ich mit zwei drei Leuten das ganze Konzert tanzend verbracht. Die Luft im hinteren Moshpit Bereich war auch viel besser. nach dem Ende habe ich mich noch von meinen Mittänzern verabschiedet und trat meinen Weg in Richtung Zelt an.
Am Zelt angekommen fand ich auch die anderen in einem mehr oder weniger Halbschlaf vor. Also habe ich mich auch in mein Bett gelegt und bin unter den Klängen nachgegröhlter Sporties eingeschlafen.
Wenn ich noch ein paar schöne Bilder finde, welche hier hin passen, kommt das noch.
Pingback: spass-ticker » Blog Archive » Hurricane Aufarbeitung